Charakterköpfe
Katharina Gerold, „Köpfe“, Ton, Pigmente; Nanja Heid, „Portrait“, 2018, Nähmaschinenzeichnung auf Papier und Textilien, 33x37 cm

Katharina Gerold | Nanja Heid

Plastiken, Nähmaschinenzeichnungen

Eröffnung der Ausstellung 10. Mai 2020
Einführung
Zeitraum 10. Mai bis 7. Juni 2020
Öffnungszeiten

Mi-Fr 15-18 Uhr,
So u. Feiertag 14-18 Uhr 
und nach Vereinbarung

Die Charakterköpfe von Katharina Gerold (Berlin) wachsen scheinbar aus der Wand, ragen hinein in den Raum. Scharf modelliert, harte Schatten werfend, farbig gefasst und in Ton gebrannt. Die Köpfe sind scherenschnittartig radikal auf zwei Profilhälften reduziert, die in ihrer so sichtbar gemachten Asymmetrie die Zwiespältigkeit und Brüche menschlicher Existenz spiegeln. Ihre starke räumliche Präsenz fordert geradezu einen Dialog mit dem Betrachter heraus. Die Köpfe lassen sich befragen nach ihrer Identität – und fragen im Gegenzug den Betrachter nach seiner.

Einen solchen Dialog evozieren die Porträts von Nanja Heid (Bremen) ebenso. Ihre Charakterköpfe in den meist kleinformatigen Bildern fixieren ihr Gegenüber. „Von der Brüchigkeit des Seins“ (Raimar Stange) künden nicht nur unmittelbar die porträtierten Gesichter, sondern ebenso Materialität und Gestaltungstechnik der Arbeiten. Die Bildhintergründe sind wie Collagen zusammengestellt aus farbigen Stoffausrissen und Papier. Die wie gezeichnet aussehenden expressiven Gesichter werden mit Faden und Nähmaschine in diesen Bildhintergrund hineingenäht, entstehen also durch das Durchstoßen, das „Verletzen“ des Zeichengrundes. Nicht vernähte Endfäden unterstreichen durch die Zufälligkeit ihres Verlaufs in der Näh-Zeichnung die Anmutung von brüchiger Unsicherheit und existenzieller Verletzlichkeit des Menschen.

Galerie am Stall
Zeitgenössische Kunst


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